Gedenkstätte Seelower Höhen

Nur 15 km von Golzow entfern, befinden sich die Seelower Höhen. Diese waren einst das größte Schlachtfeld Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Hier fanden zum Ende des Zweiten Weltkrieges entbehrungsreiche hefige Schlachten statt. Es war noch zeitiger Nachmittag und wir wollten noch nicht zum Campingplatz zurück. Also fuhren wir noch nach Seelow um die Gedenkstätte der gefallenen Helden zu besuchen.

Die Schlacht um die Seelower Höhen fand im April 1945 statt und dauerte 4 Tage. 1 Million Soldaten der Roten Armee kämpften gegen 120 000 deutsche Soldaten. Eine Kapitulation kam aus deutscher Sicht nicht in Frage. Den Soldaten war der Endsieg befohlen. Die meisten glaubten aber nicht mehr an eine Wendung der Lage. Jeder Zweifel wurde mit dem Tod bestraft. So blieb den Soldaten nur das Ende auf dem Schlachtfeld oder das Ende vor dem Standgericht. Nach Berlin waren es noch 60 km.

Wenn an sich die Kräfteverteilung ansieht, kann man kaum glauben , dass irgend jemand überhaupt noch den Endsieg auf dem Schirm hatte. 500 deutsche Panzer warteten auf eine Übermacht von über 3000 russischen Panzern. 2600 deutsche Geschütze standen einer Übermacht von über 20 000 russischen Geschützen gegenüber. Eine geringe Anzahl deutscher Flugzeuge traf auch hier auf eine Übermacht an Material, so dass diese Schlacht, betrachtet man die Ausgangslage, keinen Sieg der deutschen Truppen hätte nach sich ziehen können. 33 000 Soldaten der Roten Armee ließen ihr Leben auf deutschen Boden. 40 000 wurden verwundet. Demgegenüber fielen 80 000 deutsche Soldaten in der Schlacht um die Seelower Höhen.

Zu DDR Zeiten waren es Pflichtbesuche an diesem Ort. Politisch wurde man auf Vordermann gebracht. Ich höre heute noch die Floskeln der Genossen im Ohr. Auch fanden hier an diesem Ort Vereidigungen der NVA statt. Ich bin zu DDR-Zeiten um einen Besuch der Gedenkstätte irgendwie herumgekommen. Darum stand ein Besuch heute auf dem Plan. Die monumentale Bronzeplastik kann man schon von weitem sehen. Sie zeigt einen Soldaten der Roten Armee mit einer Maschinenpistole, der neben dem Turm eines zerstörten deutschen Panzers steht. Die Plastik wurde von Lew Kerbel und Wladimir Zigal entworfen und in einer Berliner Gießerei hergestellt. Außerdem sind 7000 sowjetische Soldaten auf dem Ehrenfeld beigesetzt. Auf dem Gelände befindet sich ein Museum, dessen Besuch ich mir wegen der Corona Vorschriften ausgelassen hatte. Vor dem Museum stehen ein paar Geschütze sowie Granatwerfer, ein T34 Panzer und eine Stalinorgel. Alle in rostbraunem Glanz mit moosiger Patina überzogen. Das war dann an diesem Samstag meine letzte Tour für den Tage. Wir fuhren anschließend wieder zum Campingplatz Beeskow zurück.

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