Cottbus verliert – Eine Stadt reisst sich ab
In Cottbus wohnten bis zur Wende einmal über 130 000 Einwohner. Cottbus galt als Zentrum der Kohle – und Stromproduktion. In unmittelbarer Nähe der Stadt befanden sich die grössten Tagebaue des Landes in denen die Braunkohle zu Tage gefördert wurde die in den umliegenden Kraftwerken verstromt wurde. Die Menschen hatten in diesem Zweig der Industrie ihren grössten Arbeitgeber. Auch gab es mit dem Polsterkombinat Cottbus und dem TKC grosse Arbeitgeber. Cottbus hatte eine Brauerei, es gab Naco, in dem der Cottbuser-Keks produziert wurde. In Cottbus gab es auch reichlich Kasernenstandorte. Im Norden in der Zimmermann Kaserne waren bis 1982 das Jagdgeschwader 1 zu Hause. Das waren MIG Düsenjäger die dort ihren Flugplatz hatten. Später gingen die Düsenjets nach Holzdorf und es kamen die Kampfhubschrauber, die dann bis 1990 dort zu Hause waren. Im Süden von Cottbus gab es das Panzerregiment 15. Zu Hause in der Paul Hornick Kaserne in der Herrmann Löns Strasse. 1991 wurde auch hier der letzte Fahnenappell abgehalten. Im Norden der Stadt gab es dann noch einen riesigen Bau in dem einer der grössten Arbeitgeber des Landes zu Hause war, die Staatssicherheit kurz Stasi.
Mit der Wende war dann auch alles vorbei. Die Firmen und Gebäude waren runtergewirtschaftet und man hatte nicht das Geld um neu durchzustarten. Die produzierenden Gewerbe verschwanden mit Ausnahme der Kohle- und Energiewirtschaft komplett von der Bildfläche. Sicher gab es bei den meisten Firmen spekulative Hintergedanken. Abgerissen wurden fast alle. Gebaut wurden teure Eigentumswohnungen und Bürohäuser. Daran verdient haben nur wenige, Cottbuser wissen sicher auch wen ich dort meine. Mit der Wende wurden die NVA Standorte geschlossen. Die Bundeswehr hatte keine Verwendung mehr dafür. Zurückgeblieben sind Brachflächen und Schrottimobilien aus denen der Cottbuser Oberbürgermeister bis zum heutigen Tag “versucht” blühende Landschaften und neue Industriestandorte zu zaubern. Mit der Wende gingen die Menschen weg aus der Region. Die Bevölkerungszahl fiehl unter 100 000. Cottbus wurde der Grossstadtstaus entzogen. Man fing an den Bestand an Sozialwohnungen zurück zu bauen, besser gesagt, man riss ab, siedelte um, kurz gesagt, in manchen Gebieten sah es aus als wäre man wieder im Krieg.
Man schaffte sich den neuen Platz für Stadtvillen und Grünflächen. Aber so richtig ging der Plan nicht auf. Cottbus hatte keine Industrie mehr. Das Durchschnittsalter stieg rapide an und es gab noch die Cottbuser Uni , für mich der einzigste Garant für den Erfolg. Dadurch das in Cottbus immer mehr Konsumtempel aus dem Boden gestampft wurden, konnte man in dieser Stadt zwar sein Geld ausgeben , aber nicht mehr verdienen. Preiswerte Wohnsubstanz wurde so zur Mangelware. Als die Einwohnerzahlen dramatisch schrumpften, kam man in Cottbus wieder auf eine geniale Idee. Eingemeindungen. Diese Eingemeindungen dienten nur dem Zweck Cottbus mit allen Mitteln den Grossstadtstatus zu erhalten. Irgendwie hat es dann aber doch nicht funktioniert. Die Einwohner schrumpften weiter und Cottbus wurde flächenmässig grösser. Was für eine Aufgabe für den Cottbuser Oberbürgermeister, der doch mit Cottbus alleine schon recht überfordert war.
Alles hatte in Cottbus mit der Zeit nicht mehr funktioniert. Die Stadtverwaltung reduzierte Personal. Man krampfte sich so über den täglichen Bürgerfrust hindurch. Das Häufchen Stadtverordnete scheint mir mit ihren Entscheidungen zur Cottbuspolitik auch oft überfordert zu sein. So haben es die Cottbuser bis zum heutigen Tag nicht geschafft in ihrer “Hauptverkaufsstrasse” der Spremberger Strasse die Öffnungszeiten denen der im nahe gelegenen Konsumtempel anzugleichen. Was wird in Besuchern der Stadt vorgehen , wenn sie dort nach 19.00 Uhr geschlossenen Geschäfte vorfinden. Wobei es einige Meter weiter am Altmarkt, für mich zur Kneipenmeile verkommen, bei schönem Wetter hoch hergeht. Wohl dem der dort eine Wohnung hat, vielleicht sogar kaufen konnte für viel Geld, vom mir, herzlichen Glückwunsch.
Meine Bilderserie die ich hier zeigen möchte, stammt aus eigenen Fotos aus den Jahren 2003 bis 2011. Wegen der anfänglichen schlechten Qualitäten der Digitalkameras , habe ich mich entschieden , diese Serie in Schwarz Weiss zu präsentieren. Nun gibt es in Cottbus aber auch schöne und gemütliche Eckchen, ganz so wie in der Bilderserie dargestellt sieht es dort doch nicht aus. Dazu aber mehr in einer späteren Bilderfolge. Am Bildnamen links unten in der Ecke, könnt ihr erkennen wann das Foto geschossen wurde. Beispiel: 2003_02_19_163930_0053 Das Foto wurde am 19. Februar 2003 um 16 Uhr 39 Minuten und 30 Sekunden geschossen und hat die fortlaufende Nummer 0053.




























































































































































































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Reisebericht George Town 2011
Reisebericht, Polen-Pommern 2010