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Das Mariannenschloss befindet sich unweit der Parkanlage zum Schloss Brody (Pförten). Das Brühlsche Schloss ist dann immer ein Ausgangspunkt um sich zu orientieren. Heinrich Graf von Brühl, damals Minister Augusts des Starken und Premier bei August III Graf Brühl erwarb das Schlossensemble im 18. Jahrhundert. Die Nähe zu Dresden und Warschau ließ in ihm einen elitären Standort wirtschaftlicher Interessen aufkeimen. Sein Schloss als Mittelpunkt sollten den hohen Herren als Zwischenstation dienen. Dementsprechend luxuriös ließ er die Schlossanlage gestalten. Eine Zeichnung aus dem Jahre 1757 lässt die ganze Herrlichkeit erkennen. Ein exzellent angelegter Schlossparkt war die Wellness Oase schlechthin. Davon kann man heute leider nichts mehr erkennen. Eine Schneedecke lag flächendeckend über das sonst meterhohe Gras. Nur die alten Bäume lassen noch von der Pracht vergangener Jahrhunderte schließen. Schade.
Auch die Ortschaft Brody wurde durch den Grafen Brühl umgebaut. Brühl konzipierte die Stadtbauten halbkreisförmig sich öffnend zum Schlossensemble. Hier siedelte er dann alle erdenklichen Gewerke an, die ihm seinem Gesamtplan dienlich sein könnten. 1753 war der Stadtumbau abgeschlossen. Nun spendierte er dem Örtchen noch drei gewaltige Stadttore von denen heute nur noch eines existiert, das Forster Tor, welches vor kurzer Zeit mustergültig saniert worden ist.
Brühl ließ in Brody eine Poststation errichten, so dass wichtige Korrespondenzen zwischen Sachsen und Warschau über seinen Tisch liefen. So war er immer ein wenig eher informiert als der ursprüngliche Empfänger der Nachrichten.
Es entstand zu Brühls Zeiten ein zusätzlicher, neuer Stadtteil. Er wurde nach seiner Ehefrau „Mariannenstadt“ benannt. Dieser Teil bekam auch ein Herrenhaus , das Mariannenschloss. Das interessante ist, der neue Stadtteil bekam seine Anbindung axial gelegen zum eigentlichen Schloss Pförten. Nach dem vorliegenden Plan von 1757 sollte man am Schloss stehend den Blick direkt an der Kirche vorbei zum Mariannenschloss richten können. Das war heute wegen des Baumwuchses und der neuen Bebauung nicht mehr möglich. Auch gab es diesen Weg nicht mehr. Wir haben uns auf der Hauptstraße der Mariannenstadt genähert. Ein Schloss gab es nicht mehr, es standen nur noch die Eingangssäulen an denen mal schwere Tore den Zugang zum Schloss gestatteten. Auch an alten Häuser gab es nur noch 2-3 zu sehen, sonst herrschte hier komplette Neubebauung des Areals. Auf dem Gelände des Mariannenschlosses stehen heute eine Ambulanz und mehrere Privathäuser. Aber ich hatte mein Ziel erreicht und konnte so den ehemaligen Standpunkt des Mariannenschlosses orten.

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